PLUM - TORTOISE - ARBOURETUM / Thrill Jockey the SINGLES 10x 7" BOX
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Description
noch einmal SOMMERA(U)KTION
PLUM - the Singles 10 x 7" BOX MADE IN CELEBRATION OF THRILL JOCKEYS´15TH BIRTHDAY "PLUM": 20 Songs für die "Indie"-Ewigkeit!
Da hat sich das legendäre Chicago-Post-Rock-Label Thrill Jockey was exclusives ausgedacht anlässlich der Feierlichkeiten seines 15 Geburtstags. "PLUM" heißt die formschöne auf 2000 Exemplare limitierte Box mit zehn 7-Inches-Split-Singles und 20 Songs. Motto: Thrill-Jockey-Künstler covern ihre liebsten Thrill-Jockey-Songs: Große Momente! "Pflaumen"? Alles Andere! Die ganz wunderbare Kanadierin Angela Desveaux covert auf Single eins "Two Moons" der Bonnie "Prince" Billy-Spezin Arbouretum (aka Dave Heumann) als nostalgisch-trockenen Country-Folk. Der PJ-Harvey-Vertraute John Parish nimmt sich auf der B-Seite "Vampiring Again" von Califone an und klingt so swingend-shuffelnd wie der große Howe Gelb, der später seinerseits einen Song von John Parish covern wird.
Die große Kunst der Will-Oldhamisierung der Musik von Songwriterin Thalia Zedek betreiben Arbouretum mit ihrer Version von "Bus Stop". Plus Gastgesang von Victoria Legrand (of beach-House-fame). Das ist der erste große Gänsehautmoment auf dieser Box. Califone nehmen sich dann auf der B-Seite "Jewel" von Freakwater vor. Experimentelle Postrocker spielen Countrymusik, wie sie traditioneller nicht sein könnte.
Die eben noch covernden Califone werden bereits eine Single später selber zu Objekten der freundlichen Fremdbearbeitung The Sea And Cake spielen in "Spider´s House" in dieser unnachahmlichen federnden Post-Pop-Liebenswürdigkeit, inkl. Sam Prekops Markenzeichen-Gesang. The Zincs, die Band des Exil-Briten James Elkington, bearbeitet den jüngeren Howe-Gelb-Hit "Blue Marble Girl" mit kammer- oder besser wohnzimmermusikalischer LoFi-Melancholie.
Ein vollkommen neues Tortoise-Gefühl kommt bei der Bearbeitung von "Fallslake" des japanischen Elektroakustik-Weirdos Nobukazu Takemura auf. Vocoderisierter Gesang über von rhythmischen Fallstricken ins Taumeln gebrachten jazzy Verwehungen. Pullman sezieren "Three In The Morning" von der einzigen "richtigen" jazzband auf Thrill Jockey, dem Chicago Underground Quartet. Das ist ein Moment ambienter, europäisch verwurzelter jazz-Improvisation und der zweite große Gänsehautmoment der Box.
Zurück zu Thalia Zedek, die drei Singles nach ihrer Gecovertwerdung aktiv eingreift und den Song "Flat Hand" der Bluegrass-Country´n`Folk-Traditionalisten Freakwater nähe am Original interpretiert. Da fällt uns wieder ein, was für eine großartige Band Freakwater waren/sind. Apropos Freakwater, Janet Beveridge Bean ist ja hauptberuflich bei Eleventh Dream Day angestellt. Die nehmen sich auf der Rückseite von Single Nummer 5 den Song "I Like The Name Alice" von Sue Garner And Rick Brown vor. Hier ein spooky, psychedelischer, Feedbackgetränkter sort of 60´s Track.
Bobby Conn ist so was wie der The Darkness des Thrill-Jockey-Labels, der exaltierte Ausreißer, von dem man nicht so genau weiß, was man von ihm halten soll. Bobby Conn widmet sich "Washed In Blood" vom Freakwater-Album SPRINGTIME und macht daraus einen stark glammenden Disco-Feger. Die Detroiter Elektrorocker Adult. verwandeln auf der B-Seite "Underwater Wave Game" der Chicago-Band Pit Er Pat in einen nervös plinkernden Synthie-Fiepser.
Das hätte sich The Lonesome organist, die freaky One-Man-Band von Jermey Jacobsen, auch niemals träumen lassen, dass einmal einer seiner Songs gecovert werden würde. Pit Er Pat tun aber genau das mit "Flew Out My Window" als windschiefe Miniatur mit schönen Bläsern und - hab ich da ein Mellotron gehört? Sue Garner And Rick Brown sind zwar normalerweise schon dezenten Experimenten gegenüber aufgeschlossen, aber bei ihrer Version des Songs "Umo" von Ooioo, dem All-Female-Sideprojekt der japanischen Band Boredoms, geht so einiges. Tribales Geflöte inna Worldbeat, circa MIA., 2005. Und: großartig!
Durch den Score LEAD IS NOT INTO TEMPTATION für den Film "Young Adam" hat sich der ehemalige Talking Head David Byrne als "Thrill Jockey Recording Artist" qualifiziert und darf nun auch bei dieser schönen Aktion dabei sein. Byrne covert "Ex-Guru" vom aktuellen Album von The Fiery Furnaces als beschwingten Downtown-Wave-Popper unter Mithilfe der Urheber Eleanor und Matt Friedberger. Fortgeschrittene Exkursionen in semi-freier Musik dann von Bundy K. Brown, James Warden und Doug Scharin, die als Directions in Music "Toy Boat" von Tortoise-Gitarrist Jeff Parker interpretieren.
Jetzt endlich die meistgecoverte Band der Box mit ihrer Coverversion. Freakwater, Catherine Irwin und Janet Beveridge Bean, spielen eine herzerweichende archaische Folkversion des Zincs-Songs "Passengers". dann der Auftritt des The-Sea-And-Cake-Asoziierten Archer Prewitt, der aus "Mrs. Turner" von The National Trust einen von Westküstenwinden durchwehten und von Motown-Bläsern durchsetzten Filigransoulpopper macht.
Und zum Schluss noch ein paar sehr schöne Merkwürdigkeiten. Mouse On Mars kümmern sich um "Middlenight" von The Sea And Cake (wahrscheinlich unter Einbeziehung des Original-Tracks) und machen daraus eine feine IDM-Avantgarde-Extravaganza. Das letzte Wort aber gebührt dem großen Howe Gelb, der auf Single Nummer 10 mit Lied Nummer 20 "Boxers" des ganz am Anfang erwähnten John Parish in einem minimalistischen, spooky Psychedelic-Trip verwandelt. Jetzt könnte man schreiben: Der Kreis schließt sich. Also schreiben wir das auch: Der Kreis schließt sich.
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