ARZACHEL -Same- Bellaphon Roulette BLPS 19113 von 1972
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€ 70 Sold For
Mar 28, 2009 Sold Date
Mar 18, 2009 Start Date
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Description

OBER-RARITÄT - Ein Meisterwerk der progressiven psychedelischen blusigen Musik. Zeitgeist hoch 3. Das, was Hippies mochten und mit dem Smoke hörten!

Die Band Arzachel existierte eigentlich nur einen Tag lang, als Steve Hillage, Dave Stewart, Mont Campbell und Clive Brooks deren einzige LP aufnahmen, irgendwann im May oder Juni 1969. Allerdings hatten die 4 schon vorher, unter dem Bandnamen Uriel zusammengespielt. Stewart und Hillage hatten sich 1967 in London kennengelernt und zusammen mit Campbell und Brooks die Band Uriel gegründet. Hillage entschloß sich allerdings 1968 zu studieren und verließ die Band. Stewart, Campbell und Brooks machten als Trio weiter, zuerst unter dem Namen Uriel, später als Egg. Irgendwann Anfang 1969, als Egg gerade einen Plattenvertrag mit Decca abgeschlossen hatten, bekam Stewart das Angebot eine LP mit psychedelischer Musik, die gerade sehr "in" war, für das Roulette-Label aufzunehmen. Das Geld konnten die drei gut gebrauchen und da sich bei solcher Musik ein Gitarrist gut macht, wurde Hillage gebeten dabei einzusteigen. Da die Bandnamen Egg und Uriel allerdings vertraglich an Decca gebunden waren, nannte sich die Band für diese Sessions einfach Arzachel (nach einem Krater, den Campbell auf einer Mondkarte entdeckt hat, die er auf seinem Klo hängen hatte) und die Musiker legten sich ein paar drollige Pseudonyme zu. Diese Scheibe ist somit das einzige Tondokument von Uriel, eine der Urbands der Canterbury-Szene.

Sie bieten auf eine LP von Arzachel Bellaphon BLPS 19113, 1972 Zustand gebraucht: Vinyl hervorragend - keine Kratzer - Cover: gepflegt mit normalen Gebrauchsspuren

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Am 23.03.09 hat der Verkäufer die folgenden Angaben hinzugefügt:

Allgemeine Angaben Erscheinungsjahr: 1972 Besonderheiten/Stil: Beat; HardRock; Psychedelic; Spacerock Label: Roulette/Bellaphon DE
Besetzung Steve Hillage Gitarre Dave Stewart Orgel Mont Campbell Bass, Gesang Clive Brooks Schlagzeug

Antwort auf Nachfragen: Ich habe die Platte nochmals durchgehört und mit der Lupe und bei Neonlicht angeschaut. Es gibt einen Kratzer: 1.Seite 4tes Stück, der ca. 6mal knistert(leiser Beginn, dann steigert sich das Stück). Allgemein klingt die Platte so, wie die Platten aus 1969/1972, die in kürzester Zeit eingespielt wurden, eben klingen. Manchmal schrill, schräg, kreischend, kratzig und manchmal getragen und melodisch. Von den Produzenten wurden die Platten mit Kristalsystem-Plattenspieler abgehört und für gut befunden. Mit heutigen technischen Maßstäben, wie High End Ansprüchen, können diese Produktionen nicht mehr mithalten. Hätte man damals die technischen Mittel gehabt, wäre sicherlich so manche Produktion anders geworden. Aber das macht es doch gerade aus, die Schwächen von Vinyl und der schrille Sound von Hall- und Echoerzeugern, nicht digital, wie heute! Beispiel: Eine Single von den Kinks klingt schrill und schrabbelig-schrammelig- so soll es sein! Ich habe in den 80zigern mal eine neu bearbeitete Lp mit den Kinks-Hits gekauft - es klang wie"Musik für die Hausfrau", weichgespült. Das war meine erste LP, die ich in den Mülleimer geschmissen habe!

Wer sicher gehen will, muß nach Bremerhaven kommen, und die Platte selbst in Augenschein nehmen. Mehr kann ich nicht anbieten. Alle Staub- und Knistergeräusche verschwinden, wenn man mit Lenco-Clean-Flüssigkeit abspielt. Diese Platte wurde hörbar und augenscheinlich  NICHT mit Lenco Clean abgespielt. Für Hör- und HiFi-Fans bleibt eigendlich nur, sich für eine Original CD zu entscheiden. Habe ich auch schon gemacht, habe viele Hendrix-Platten, aber die Cd´s, die 20 Jahre nach Tod in den Handel kamen und noch einmal von den Originalbändern gemischt wurden, sind für mein glücklich sein beim Musikhören einfach genial gelungen.

Sie bieten hier auf eine Original Vinyl Langspielplatte aus dem Jahr 1972, mit allen Sound- und Abspielwidrigkeiten, die damals, vor 37 Jahren so waren, wie sie waren.(Punkt)

Tracklist Disc 1 1. Garden of the earthly delights 2:45 2. Azathoth 4:22 3. Soul thing 4:25 4. Leg 5:42 Hier gibt es einen Kratzer, der am leisen Anfang ca. 6 mal leicht knistert  5. Clean innocent fun 10:26 6. Metempsychosis 16:49 Gesamtlaufzeit 44:29
 

Von: Achim Breiling @

Wer im Herbst 1969 die erste und einzige Platte von Arzachel in den Händen gehalten hat, wird sich etwas gewundert haben, wenn er denn die Rückseite der LP betrachtet haben sollte. Da waren nämlich 4 recht eigenartige Biografien der Musiker abgedruckt. Arzachel seien Simeon Sasparelle (Gitarre), Sam Lee-Uff (Orgel), Njerogi Gategaka (Bass) und Basil Dowling (Schlagzeug), stand da! Nie gehört, wird sich der Plattenladenkunde gedacht und das Teil wieder ins Regal gestellt haben. Das war allerdings ein großer Fehler, zumindest aus plattensammlerischer Sicht! Daß sich hinter diesen Pseudonymen Steve Hillage, Dave Stewart, Mont Campbell und Clive Brooks verbargen, daß diese später in diversen Canterbury-Bands zu einem einigermaßen großen Bekanntheitsgrad kommen sollten und daß besagte LP zu einem der gesuchtesten und teuersten Sammlerstücken auf den Plattenbörsen kommender Jahrzehnte werden sollte, konnte er ja nicht ahnen!

Eigentlich ist diese Platte ein Art Witz! Sowohl Hillage als auch Stewart haben in Interviews angegeben, daß die Scheibe, zumindest aus ihrer Sicht, nicht ernst gemeint war, sondern ein dem Zeitgeist entsprechend auf spaceig und psychedelisch getrimmtes Produkt, welches sie mal eben an einem Tag aus Spaß an der Freud - und weil sie dafür bezahlt wurden - aufgenommen haben, weil sich der Produzent wohl dachte, er könnte damit vielleicht ein wenig Geld machen. Aus letzterem wurde wohl erst mal nichts, da die meisten Plattenkäufer wohl so reagiert haben, wie oben beschrieben.

Offenbar haben Hillage und Kollegen ihre Sache aber doch recht gut gemacht, gilt doch diese Scheibe in gewissen Kreisen als Kultklassiker der psychedelischen Ära in England. Also zur Musik! Psychedelischen Blues-Hardrock der Endsechziger gibt es hier, so wie ihn z.B. (mehr oder weniger) auch Procol Harum, Spooky Tooth, Love Sculpture und Steamhammer zur selben Zeit gespielt haben, angereichert mit vielen schrägen, durchgeknallten Orgelsoli, spaceigen Gitarren-Freakouts und ein paar seltsamen, mystisch-esoterischen Texten. Nur "Soul Thing" ist etwas ruhiger, fast jazzig geraten und erinnert ein ganz klein wenig an Stewarts spätere Canterbury-typischen Stücke. Die beiden letzten Tracks sind lange, freie Rockjams nach obigem Schema, die stark nach Krautrock klingen, so nach den frühen Guru Guru ("Hinten") plus Orgel. "Metempsychosis" beginnt mit und wird ab und zu unterbrochen von Freiform-Improvisationen, die dann an die Experimente der Studio-LP von Pink Floyds "Ummagumma" erinnern. Ob diese Musik etwas mit dem zu tun hat, was Uriel vorher gemacht haben, wage ich zu bezweifeln. Mit Canterbury hat das Ganze auch nicht all zu viel zu tun. Trotzdem denke ich, daß in diesen Stücken doch ein bißchen von dem steckt, was später die Musik von Stewart, Campbell und Hillage auszeichnen sollte. Gerade Stewarts abgefahrenes Orgelspiel offenbart doch sein enormes Können und stellenweise klingt es auf "Arzachel" doch ein klein wenig nach Egg, nach rohen Versionen von deren ersten LP. Hillages Gitarrenspiel ist auch schon sehr ausgereift und beinhaltet in Ansätzen das, was er später mit Khan, Gong und solo machen sollte.

Canterbury-Komplettisten brauchen das Teil natürlich, welches inzwischen auch auf CD erschienen ist. Ansonsten, wer psychedelische Musik der späten 60ger Jahre mag, spaceiges Chaos, Krautrock und heftige Orgelläufe, der könnte an diesem Teil gefallen finden, auch wenn oder gerade weil er sonst nichts mit Canterbury-Jazzrock am Hut hat. Irgendwie Spaß macht das Teil nämlich!


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